Mythos Koasalauf

Jedes Jahr am zweiten Wochenende im Februar findet der legendäre Koasalauf in der Region St. Johann in Tirol statt. Bis zu 2.000 Langläufer aus mehr als 20 Nationen nehmen jedes Jahr an den kultigen Rennen teil. Wer schon einmal beim Start im Koasastadion dabei war, der kennt die spannende Stimmung vermutlich schon, welche beim Koasalauf jedes Jahr herrscht. Besonders toll finde ich immer wieder den Massenstart bei den Rennen. Es ist einfach beeindruckend, wenn so viele Langläufer gleichzeitig losstarten, um sich über die Distanzen von 28 km und 50 km über die Loipen der Region ins Ziel zu kämpfen. Wer jetzt aber denkt, dass sich nur Profis an den „Koasa“ heranwagen, der irrt sich ganz gewaltig.

Vom Hobbyläufer bis zum Profi sind nämlich alle beim größten Volkslanglauf Österreichs am Start. Da passiert es schon Mal, dass Opa und Enkel gemeinsam die Strecke bestreiten und so manch‘ einer bei den Verpflegungsstationen auf der Strecke eine längere Pause einlegt, um noch mit den freiwilligen Helfern zu tratschen. Man trifft sich ja immerhin nur 1 Mal im Jahr beim „Koasa“. Der Spaß am Sport steht also beim Koasalauf wirklich im Fokus.

Ein weiteres Highlight sind für mich immer der Mini- und Superminikoasalauf, wo die kleinen Nachwuchstalente ihr Können beweisen können. Tapfer kämpfen sich schon die kleinsten Athleten ins Ziel. Man sieht den Kindern dabei richtig an, mit welchem Ehrgeiz sie teils bei der Sache sind. Bei so manchem Knirps scheint es sogar so, als wäre er auf Langlaufski schon sicherer unterwegs als ohne. Vielleicht wird bei so manchem das Langlauftalent ja schon in die Wiege gelegt? Wir werden es dann in 20 Jahren sehen, wenn die „Kleinen“ schlussendlich auch bei den „Großen“ mitlaufen und sich dort beweisen können.

Bei der Recherche über den Koasalauf habe ich außerdem einige spannende und interessante Fakten gefunden. Was ich zum Beispiel besonders beeindruckend finde ist, dass in 47 Jahren der Koasalauf nur 2 Mal wegen Schneemangel abgesagt werden musste. Sigi Joast, der Präsident des Organisationskomitees, hat mir erzählt, dass der Koasalauf nicht zufällig genau auf das 2. Wochenende im Februar gelegt wurde. Durch viele Recherchen und den Vergleich von Wetterstatistiken etc. kam er nämlich vor ca. 20 Jahren zu der Erkenntnis, dass statistisch gesehen dieses Wochenende jenes ist, an dem am sichersten gute Schneeverhältnisse vorherrschen, sodass der Koasalauf auf perfekten Loipen ausgetragen werden kann. Eine durchdachte Sache also!

Dass sich bei so einer renommierten und alteingesessenen Veranstaltung im Laufe der Jahrzehnte aber Einiges verändert hat ist klar. Die größten Änderungen und Meilensteine, welche der Koasalauf in den letzten 47 Jahren durchlaufen hat, könnt ihr in der folgenden Tabelle nachlesen:

Geschichte vom Koasalauf

1972 Der Obmann des Tourismusverbandes St. Johann in Tirol Karl Rainer und die Firma Kneissl Schi gründen den Koasalauf
1973 Am 11. Februar findet der erste Koasalauf statt. Die Laufstrecken sind 72 und 38 km lang. Die Strecke führt von Kitzbühel über Reith, Oberndorf, St. Johann, Schwendt, Kössen, Erpfendorf und Kirchdorf bis zum Ziel in St. Johann. Laufstil: Klassisch. Aufgrund eines Schneesturms konnten die 1.100 Läufer die Spuren kaum sehen, da auch noch keine Loipengeräte zur Verfügung standen, sondern nur mit Schidoos gespurt werden konnte.
1980 Der Termin für den Koasalauf wird von Februar auf das 2. Jänner-Wochenende geändert
1981 Der Koasalauf startet dieses Jahr in Oberndorf. Die Strecke ist 60 km lang und führt von St. Johann nach Schwendt und über Küssen und Kirchdorf ins Ziel nach St. Johann in Tirol. Es kommen neue Langlauftechniken auf (Siitonen und Skating). Zudem wird ein neuer Lauf über 30 km im „freien Stil“ – der Koasasprint – eingeführt.
1984 Wegen baulicher Veränderungen wird der Koasalauf-Start nach St. Johann ins Koasastadion verlegt. Die Laufstrecken sind nunmehr 42 und 30 km lang und führen über Schwendt, Kössen & Erpfendorf nach St. Johann in Tirol zurück. Das Ziel ist am „Nothegger Parkplatz“. Skater und klassische Langläufer starten gemeinsam, was ein Problem darstellt, da die Skater die Spuren für die klassischen Langläufer zerstören.
1993 Aufgrund der statistisch sicheren Schneelage wird der Koasalauf wieder auf das 2. Wochenende im Februar verlegt.
1994-1997 Es wird ein zusätzlicher Lauf – der „Megakoasa“ über 84 km veranstaltet.
1993-2002 Der Koasalauf findet gemeinsam mit dem Gsieserlauf und dem Dolomitenlauf als ein Teil der „Tiroltrophy“ statt.
1997 25. Jubiläumskoasalauf. Zur Feier des Jubiläums findet der erste „Minikoasalauf“ für 7-14 jährige statt. Die Nachwuchsläufer starten in Kirchdorf und kommen 5km später in St. Johann in Tirol ins Ziel.
1998 Aufgrund von Schneemangel muss der Koasalauf erstmals nach Hochfilzen verlegt werden. Zudem wird zum ersten Mal elektronisch die Zeit gemessen.
1999 Die Laufstrecken zwischen Klassisch und Skating werden getrennt. Der Start findet nach wie vor im Koasastadion statt, das Ziel ist am Hauptplatz in St. Johann.
2002 30. Jubiläumskoasalauf
2003 „Koasalauf neu“ mit Start und Ziel im St. Johanner Koasastadion. Es findet der 1. „Specialkoasa“ für Menschen mit Behinderung statt.
2004-2008 Es gibt eine Neuauflage der „Tiroltrophy“. Teil der „Tiroltrophy neu“ sind der Koasalauf, der Gsieserlauf, sowie der Ski-Trail.
2004 Es findet der erste „Juniorkoasa“ statt. Von Kössen aus kämpfen sich die Läufer ins Ziel in St. Johann.
2006 Aufgrund von akutem Schneemangel muss der Koasalauf zum ersten Mal ersatzlos gestrichen werden.
2008 Es findet der erste „Superminikoasa“ statt. Über eine Distanz von 600 m kämpfen sich die kleinsten Athleten ins Ziel.
2009 Der Koasalauf findet erstmals ausschließlich auf Loipen der Region St. Johann in Tirol statt.
2012 40. Jubiläumskoasalauf. Anlässlich des Jubiläums findet die erste Schimarathon Europameisterschaft in St. Johann statt.
2014 Zweite Absage des Koasalaufs wegen Schneemangel.
2015 Es findet erstmals der „Nachtkoasa“ am Donnerstag vor dem Koasalauf statt.
2017 Wegen der Biathlon-WM findet eine Streckenänderung durch die Unterführung der B178 statt, welche extra für das Event mit Schnee bedeckt wird. Zusätzlich findet erstmals der „K 100“ statt, welcher eine Kombiwertung aus den 50 km klassisch und 50 km Skating-Bewerben darstellt.
Theresa

Theresa

Geschichten über Geschehnisse, Erlebnisse und das Leben in unserer wunderschönen Region zu schreiben bereitet mir große Freude. Mehr Details

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