Concept Store auf "Kirchbergerisch"

Sebastian ist ein Mann, der die Ruhe liebt. Wer ihn in Aschau, einem idyllischen Ortsteil von Kirchberg in Tirol, besucht, spürt sofort: Hier ist jemand angekommen. Dabei ist sein Weg alles andere als gewöhnlich. Sebastian ist gelernter Elektriker, leidenschaftlicher Bergrettter, Musikant – und seit einiger Zeit vor allem eines: Visionär in Gummistiefeln. Gemeinsam mit seiner Familie hat er die traditionelle Landwirtschaft am eigenen Hof auf völlig neue Beine gestellt. Wo früher Milchkühe im Stall standen, tummeln sich heute Regenbogenforellen, Bachforellen und Saiblinge in kristallklarem Gebirgswasser.

Die Rückkehr zu den Wurzeln

Die Geschichte von Sebastian ist auch eine Geschichte über den Wert der Heimat. Während es viele junge Menschen in die „Betonbunker“ der Großstädte zieht, blieb er im Brixental. „Früher habe ich das gar nicht so geschätzt“, gibt er heute offen zu. Erst durch seine eigenen Kinder wurde ihm bewusst, was für ein Privileg es ist, im „Paradies“ aufzuwachsen. „Dass die Kinder in der Früh einfach rauslaufen können, ohne dass direkt die Straße vorbeigeht – diese Lebensqualität hast du in Wien im Wohnblock einfach nicht.“

Diese tiefe Verbundenheit mit dem Boden und der Natur war auch der Motor für die Umstrukturierung des Hofes. Als der Milchpreis sank, standen Sebastian und seine Frau vor einer Entscheidung. Die Lösung lag näher, als man dachte: im Wasser. Schon als Kind verbrachte Sebastian jede freie Minute beim Angeln. Warum also nicht das Hobby zum Beruf machen? Nach zwei Jahren intensiver Planung, Kalkulation und dem Mut, etwas völlig Neues zu wagen, wurde aus dem Milchviehbetrieb eine moderne Fischzucht.

Farm to Table: Frischer geht es nicht

Wer bei Sebastian Fisch kauft, bekommt ein Versprechen serviert. „Am Donnerstag wird geschlachtet, am Freitag in der Früh geliefert“, erklärt er das simple, aber effektive Konzept. Von der Fischzucht bis zum Schlachtraum sind es gerade einmal zwei Minuten. Kürzere Transportwege gibt es nicht. Dieser „Farm to Table“-Ansatz begeistert nicht nur Privatpersonen in der Region, sondern zunehmend auch die lokale Gastronomie.

Sebastian geht es dabei um mehr als nur um das Geschäft. Er möchte ein Umdenken bewirken. „Die Leute schätzen Lebensmittel wieder mehr, wenn sie wissen, wo sie herkommen und unter welchen Bedingungen sie aufgewachsen sind.“ Dass in Tirol nur etwa drei Prozent des Fischbedarfs aus heimischen Gewässern gedeckt werden, sieht er als Chance. Es ist eine Nische, die er mit Leidenschaft füllt – immer mit dem Ziel vor Augen, irgendwann wieder als Vollerwerbsbauer ganz für den Hof und die Familie da sein zu können.

Ein Familienprojekt mit Herzschlag

Der Erfolg am Hof ist ein Gemeinschaftswerk. Drei Generationen leben und arbeiten hier unter einem Dach. Dass die Hofübergabe so harmonisch verlief, ist keine Selbstverständlichkeit. „Der Papa war sofort überzeugt von der Idee und hat uns voll unterstützt“, erzählt Sebastian. Während er sich um die Aufzucht und die Logistik kümmert – oft unterstützt durch einen modernen WhatsApp-Business-Store für die Bestellungen –, hält die Familie im Hintergrund zusammen. Sogar die Kleinsten sind schon überall dabei, wenn es am Hof etwas zu tun gibt.

Zwischen Bergrettung und Blasmusik

Wenn Sebastian einmal nicht bei seinen Becken steht, findet man ihn in den Bergen – entweder im Einsatz für die Bergrettung Kirchberg oder mit seinem Instrument. Die Musik ist für ihn der perfekte Ausgleich. „Da kann ich komplett ausschalten“, sagt er. Ob klassische Blasmusik oder moderne Klänge: Musik macht für ihn die Stimmung und verbindet die Menschen im Dorf.

Es ist diese Mischung aus tiefer Tradition, familiärem Zusammenhalt und dem Mut zur Innovation, die Sebastian und seinen Hof so besonders macht. Er ist ein moderner Bauer, der nicht weglaufen musste, um die Welt zu verstehen. Er hat sie einfach zu sich nach Aschau geholt – in Form von klarem Wasser, glücklichen Fischen und einer Vision, die gerade erst so richtig Fahrt aufnimmt.

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