Auf den Spuren der Murmeltiere auf der Hohen Salve

Eine Wanderung zum „Manggä Loch“

Da ich auf einem Bauernhof etwas unterhalb der Bergstation der Gondelbahn I in Hopfgarten aufgewachsen bin, ist die Hohe Salve mein - von mir liebevoll genannter - „Hausberg“.
Es liegt also auf der Hand, dass das Wandern in den Kitzbüheler Alpen seit jeher eine große Leidenschaft von mir ist, welche mir den absoluten Ausgleich zum Alltag beschert und meinen Körper und Geist nach anstrengenden Tagen wieder auf Touren bringt. Vor allem der Geruch und das köstliche Prickeln der frischen Tiroler Bergluft sind meine Energietanks und geben mir immer wieder das Gefühl, daheim angekommen zu sein.

Schon als Kind bin ich bei jedem Wetter gerne draußen gewesen und habe den Berg mit all seinen Ecken und Facetten erkundet und dabei natürlich viele Abenteuer erlebt. Einen meiner absoluten Lieblingsplätze in der Ferienregion Hohe Salve, den ich früher wie heute immer noch gerne besuche, werde ich dir jetzt verraten. Also, auf geht’s – aber psssst... bitte auf Zehenspitzen! 😊

Ein richtiger Geheimtipp

Kennst du eigentlich unsere kleinen, scheuen Mitbewohner am Berg? Alpenmurmeltiere sind Nagetiere, die bei uns in Familiengruppen auf den Bergen zusammenleben. Sie wohnen in Bauen mit verschiedenen Tunnelsystemen und ernähren sich grundsolide von Grünzeug. Wenn du dich allerdings bei uns Einheimischen profilieren möchtest, solltest du die entzückenden Nager keinesfalls Murmeltiere nennen, denn im Brixentaler Dialekt sagt man ganz stolz „Manggä“ dazu. Ich zeige dir heute, wo genau sie auf der Hohen Salve daheim sind.

Alpenmurmeltiere auf der Hohen Salve© Carmen Sitzmann

Wie man so schön sagt: „alle Wege führen nach Rom“, so gibt es natürlich auch viele verschiedene Varianten, um meine kleinen Freunde im „Manggä Loch“ (wie wir Einheimischen den Murmeltierbau nennen) zu besuchen. Alle Versionen findest du auf der interaktiven Wanderkarte der Kitzbüheler Alpen oder du informierst dich vor Ort in den jeweiligen Infobüros der Region. Ich jedenfalls berichte dir heute von meiner Lieblingswanderung dort hin, über die zwei Salvenseen, welche auch ideal für Familien geeignet ist.

Das Auto parke ich ganz bequem in der Parkgarage neben der „Bergbahn I“ in Hopfgarten. Nach wenigen Schritten sitze ich dann auch schon in der Gondelbahn und bin auf dem Weg zur Mittelstation. Gleich beim Ausstieg befindet sich gegenüber eine große Informationstafel vom Aussichtsberg Hohe Salve.

Informationstafel Hohe Salve Salvenbahn II
© Kitzbüheler Alpen - Ferienregion Hohe Salve
Tirol Hohe Salve
© Julia Lindner
Wanderung Hohe Salve Salvensee
© Carina Schmid
Wanderung Hohe Salve Salvensee
© Simon Wohlfahrtstätter
Wanderung Hohe Salve Salvensee
© Carina Schmid

Um zum Ziel zu gelangen, nehme ich den beschilderten Weg Nummer 99 & 70 Richtung "Speichersee Hohe Salve" und "Salvensee". Der Weg ist ein Forstweg, der gut ausgebaut und auch mit Kinderwagen befahrbar ist. Neben einem fantastischen Aus- und Rundblick über Hopfgarten, Kelchsau und das Brixental gibt es auf dieser markierten Wanderung auch wunderbare Almen und Wälder die man quert.

Der 40-minütige Aufstieg lohnt sich allemal, denn allein schon der Ausblick vom "Speichersee Hohe Salve" ins Tal ist atemberaubend schön. Ich würde dir dann auch noch wärmstens empfehlen, auf einer der bequemen Holzliegen, die rund um den See verteilt sind, kurz innezuhalten. Nimm dir dort einen Moment und genieße dieses tolle Gefühl in den Bergen zu sein, ganz bewusst.

Auf dem markierten Gebirgsschotterweg und ein kleines Stück durch den Wald, geht meine Wanderung dann weiter. Nach ca. 30 min. komme ich zum zweiten See, dem "Salvensee". Jedes Mal wieder lässt dieser fantastische Ausblick dort oben auf die gesamten Kitzbüheler Alpen und das Kaisergebirge mein Herz höher schlagen.

Wanderung Hohe Salve Salvensee
© Carina Schmid
Wanderung Hohe Salve Salvensee
© Carina Schmid
Wanderung Hohe Salve Salvensee
© Carina Schmid
Salvensee Hohe Salve im Herbst
© Carmen Sitzmann
Salvensee Ferienregion Hohe Salve
© Carmen Sitzmann

Ich liebe es, meine Füße in den kühlen Bergsee baumeln zu lassen, deshalb habe ich auch immer ein kleines Handtuch in meinem Wanderrucksack mit dabei. Nachdem ich meine Bergschuhe wieder fest zugeschnürt und weitere Energie für das letzte Stück meiner Wanderung gesammelt habe, komme ich den Murmeltieren nun endlich immer näher.

Um die kleinen Nager entdecken zu können, braucht man nicht nur Glück, sondern auch guten Wind. Das ist kein Scherz, denn die Alpenmurmeltiere haben ein äußerst gutes Riechorgan. Wenn der Wind günstig weht (in die entgegengesetzte Richtung), hat man die Möglichkeit ihnen ganz nahe zu kommen. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass man leise ist und keine Gefahr im natürlichen Lebensraum der Tiere darstellt, denn die Manggä auf der Hohen Salve sind scheu.

Aber der Reihe nach...

Ich folge dem Weg Richtung Bergstation der Foischingbahn. In der Ferne kann ich dann schon den Gipfel der Hohen Salve und das Salvenkirchlein sehen. Links hinter der Bergstation der Foischingbahn befindet sich ein Lawinenkegel, der die Skifahrer im Winter vor den Schneemassen beschützt. Und genau dort, da in diesem Kegel bin ich angekommen - daheim bei meinen kleinen Freunden, die dort mit etwas Glück zu sehen sind. Manchmal braucht man ein bisschen Geduld, aber ich bin mir sicher, dass bei richtigem Verhalten unsere alpinen Mitbewohner entdeckt werden können.

Wanderung Hohe Salve Salvensee© Carina Schmid

Die Murmeltiere haben es fein, denn Anfang November bis Anfang April halten sie ihren Winterschlaf. Im Mai beginnt für die kleinen Nager dann die Paarungszeit und die Manggä-Babys (auch Äffchen genannt) werden dann bereits nach fünf Wochen geboren. Gleich ab der Geburt beginnt für die Kleinen dann das große Fressen, denn sie brauchen genügend Fettreserven, um die kalten Wintermonate gut zu überstehen. Ein ausgewachsenes Tier frisst deshalb am Tag ca. 1,5 kg Grünzeug. Während die weiblichen Murmeltiere (auch Katzen genannt) auf die Jungen aufpassen, halten die männlichen Manggä (auch Bären genannt) Wache, um das Rundel vor Gefahren zu beschützen. Die schlauen Bergbewohner warnen sich nämlich gegenseitig mit einem lauten Signalpfiff vor Feinden wie Marder, Falke, Adler oder Fuchs.

Ein Tipp noch: Meine kleinen Freunde sind untertags aktiv und am besten in der Früh oder am späteren Nachmittag zu beobachten.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß bei der Entdeckung und würde mich sehr über ein Kommentar von dir freuen. Lass mich wissen, ob auch du Glück bei deiner Beobachtung hattest?

Carina

Carina

Hoamat – ist kein Ort, sondern mein Gefühl wenn ich am Gipfel eines Berges stehe und die atemberaubende Aussicht über die Kitzbüheler Alpen genieße. Das sind mein Ausgleich und mein Ruhepol. Ich liebe meine Heimat, sie immer wieder neu zu entdecken und die schönsten Plätze und außergewöhnlichsten Geschichten zu teilen. Mehr Details

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