Clarissa ist eine Frau, die den Kontrast lebt. Wer sie heute in ihrer Wahlheimat Hopfgarten im Brixental trifft, vermutet kaum, dass ihre ursprünglichen Wurzeln im hektischen Düsseldorf liegen.
In einer Welt, in der es oft um das Äußere und die Bewertung durch andere geht, hat sie einen radikalen Schnitt gewagt. „Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht“, erinnert sie sich an den Moment, als sie das erste Mal die Tiroler Bergwelt gegen die anonyme Modestadt am Rhein eintauschte. Heute ist sie angekommen – als leidenschaftliche Jägerin, Bergwanderführerin und ein Mensch, der die Stille ebenso liebt wie das herzliche „Ratschen“ mit den Gästen
Vom Leistungssport in die Bergwelt
Ihr Weg war alles andere als geradlinig. Ursprünglich im harten Leistungssport zuhause, bestritt Clarissa Radrennen in der Bundesliga. Doch die Berge riefen lauter als der Asphalt. Es folgte eine Zeit der Suche: Eine abgebrochene Erzieherausbildung, ein Intermezzo im Anwaltsbüro ihres Vaters, Arbeit im Einzelhandel. Doch die Sehnsucht nach der Natur war immer da. Schon als Kind in der Großstadt lieh sie sich die Nachbarshunde aus, nur um einen Grund zu haben, ins Grüne zu flüchten.
Ein schwerer Schicksalsschlag – eine Tumorerkrankung und der fast zeitgleiche Verlust ihrer drei geliebten Hunde – wurde für sie zum Wendepunkt. „Da denkt man kurz, das Leben bestraft einen“, erzählt sie offen über diese schwere Phase. Doch Clarissa ist keine, die aufgibt. Aus der Krise erwuchs die Kraft für einen Neuanfang. Sie absolvierte die Wanderführer-Ausbildung und widmete sich mit neuer Intensität ihrer Berufung in der Natur.
Sonnenaufgang: Wenn die Welt noch stillsteht
Heute führt Clarissa Gäste durch ihre neue Heimat. Besonders die Sonnenaufgangs-Wanderungen haben es ihr angetan. Wenn das erste Licht über die Gipfel kriecht und das Wild noch friedlich auf den Bergwiesen äst, bevor der Trubel des Tages beginnt, ist sie in ihrem Element. „Das Wild hat einen Instinkt. Sie kennen jeden Winkel, wissen genau, wann die Gondel startet“, erklärt sie.
Für Clarissa ist das Wandern weit mehr als Sport. Es ist eine Auszeit für die Seele, ein Weg zum inneren Frieden. Dabei muss es für sie nicht immer der höchste Gipfel sein. Das Erlebnis Natur und der Weg dorthin zählen mehr als reine Höhenmeter. Wenn sie oben am Gipfelkreuz ankommt, klatscht sie es kurz ab und hält inne – ein kleiner Moment der Dankbarkeit, den sie auch ihren Gästen vermitteln möchte. „Man sieht hinterher alles mit ganz anderen Augen“, ist sie überzeugt.
Regionalität, die man schmeckt
Das Thema Verantwortung zieht sich bei Clarissa bis auf den Teller. Die Jagd ist für sie dabei kein neues Hobby, sondern seit mittlerweile 17 Jahren fester Bestandteil ihres Lebens. Bereits im Jahr 2007 legte sie ihre Jagdausbildung ab – aus totaler Überzeugung und als Form des praktizierten Tierschutzes. Als Jägerin weiß sie genau, wo ihr Fleisch herkommt. „Mehr Bio geht nicht“, sagt sie stolz. Ein Tier, das in Freiheit aufgewachsen ist, ohne Stress und ohne lange Transportwege – das ist für sie gelebte Wertschätzung gegenüber der Schöpfung. Diese Ehrlichkeit findet sie auch auf der Kraftalm, ihrem persönlichen Lieblingsplatz. Dort, wo das Brot noch selbst gebacken wird und die Eier vom Bauern nebenan kommen, fühlt sie sich wohl.
Eine Tirolerin mit rheinischem Herz
Obwohl sie ihre Staatsbürgerschaft gewechselt hat und in der Tiroler Gemeinschaft voll integriert ist, blitzt ab und zu der „sture Bock“ durch, den sie an den Einheimischen so schätzt. „Ich mag es, wenn man frei Schnauze geradeaus redet“. Die anfängliche Skepsis gegenüber der „Deutschen“ hat sie längst mit ihrem rheinischen Mundwerk und ihrer zupackenden Art weggelächelt. Clarissa hat am Berg ihre Kraftquelle gefunden. Wenn sie heute über ihren Lebensweg spricht, schwingt eine tiefe Zufriedenheit mit. Sie braucht keinen Luxus, nur die Weite der Berge, das Grün der Wälder und ab und zu einen guten Kaffee auf einer Almhütte.
Für die Zukunft wünscht sie sich nur eines: Dass die Gesundheit bleibt und sie weiterhin Menschen für die Schönheit ihrer Wahlheimat begeistern darf. Denn eines ist für sie sicher: In die Großstadt zieht sie nichts mehr zurück.
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