Die guten Geister des KAT Walks

Der KAT Walk ist der Laufsteg über die Kitzbüheler Alpen. Rund 6000 Höhenmeter verteilt auf sechs Etappen gilt es auf bestens gepflegten Wegen mit übersichtlicher Beschilderung zu überwinden. Einer der guten Geister des Trails ist Nik Brandstätter. Denn wenn die Wanderer noch schlafen, ist er bereits unterwegs, um die Wege zu überprüfen und instand zu halten.

Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter auf den letzten Metern zum Gipfel des Flochs im Brixental c Daniel Gollner© Daniel Gollner

Der Wander-Botschafter aus dem Brixental wandert zum Gipfelkreuz des Flochs in den Kitzbüheler Alpen.

Ein knorriger Baumstamm, welchen der letzte Windsturm kurzerhand „umgesiedelt“ hat, Beschilderungen, die von Mutter Natur verschoben wurden oder gröbere Steine, die mit der letzten Schneeschmelze zusammen in Richtung Tal gewandert sind, die Wege des KAT Walks instand zu halten, ist keine Aufgabe für zwischendurch, sondern ein Vollzeitjob mit allem, was dazu gehört. Einer der guten Geister des Trails ist Nik Brandstätter. Er hat sein Herz schon im Kindesalter an die Berge verloren und erkundet sie seitdem auf jede erdenkliche Weise: Ob Skitour, Freeriden, Klettern oder Wandern, der „Kitzel der Berge“, wie er es nennt, hat ihn in den Bann gezogen. Schon in seinen Lehrjahren war er davon überzeugt, dass sein eigentlicher Weg in die Natur führt. Und so war es dann auch: Für den Bauhof des Tourismusverbandes ist er seitdem vorwiegend für Instandhaltung und Sanierung der örtlichen Wanderwege im Einsatz. Ob es nun gilt, bestehende Markierungen auszubessern und weitere anzubringen, neue Brücken oder Überstiegshilfen zu errichten oder die Wege von umgestürzten Bäumen und Sträuchern zu befreien, für all das ist Nik der richtige Mann.

Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter vor einer Hinweistafel auf der dritten KAT Walk Etappe c Daniel Gollner
Die Wegmarkierung zeigt dem Wander-Botschafter aus dem Brixental den weiteren Weg auf dem KAT Walk.
© Daniel Gollner
Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter vom Gipfelkreuz genießt er den Ausblick über die Kitzbüheler Alpen c Daniel Gollner
Der lokale Wander-Botschafter sitzt am Gipfelkreuz im Brixental, im Hintergrund die frisch verschneite Berglandschaft in den Kitzbüheler Alpen.
© Daniel Gollner
Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter kostet ein paar Heidelbeeren entlang des Weges c Daniel Gollner
Entlang des Wanderweges isst der Wander-Hero aus dem Brixental Heidelbeeren, im Hintergrund der "Große Rettenstein".
© Daniel Gollner

Das Natürliche wieder neu entdecken

Er selbst sieht im KAT Walk die perfekte Mischung zwischen Abenteuer und Komfort: „In sechs Etappen wandert man ausgehend von Hopfgarten über Westendorf und Kirchberg bis nach St. Ulrich am Pillersee. 6000 Höhenmeter gilt es bei der anspruchsvollen Variante zu überwinden. Niemand muss sich Gedanken über einen zu schweren Rucksack machen oder wo man als nächstes ein freies Zimmer findet, weil all das schon im Package inkludiert ist. Dazu gehören moderne Hotels, Gepäcktransport, Wellnesseinrichtungen und eine regionale Küche, um leere Energiespeicher wieder aufzufüllen, um motiviert dem nächsten Wandertag entgegenzublicken.“ Einfach gehen, sich Schritt für Schritt auf die Natur einlassen, den Alltagsstress mit den Wolken über die Berge hinweg ziehen lassen, um sich selbst wieder nah zu sein, all das steht beim KAT Walk an der Tagesordnung. Das Natürliche wieder neu entdecken, abschalten, anderen Gedanken keinen Spielraum lassen, darauf kommt es laut Nik beim Wandern an und er selbst genießt diesen Effekt jedes Mal aufs Neue. „Du hast deine Ruhe, kannst in der einmaligen Naturlandschaft zu 100 Prozent abschalten, das ist für mich echte Lebensqualität.“

Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter vor einer Wegmarkierung am Wanderweg zum Floch im Brixental c Daniel Gollner
Als Verantwortlicher für die Wegehaltung in Kirchberg in Tirol, muss der Wander-Botschafter regelmäßig die Wegmarkierungen überprüfen.
© Daniel Gollner
Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter wandert entlang eines kleinen Bachs im Brixental c Daniel Gollner
Der KAT Walk führt die Wanderer vorbei an den schönsten Plätzen der Kitzbüheler Alpen.
© Daniel Gollner
Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter Kuh auf der Hinterkaralm im Brixental c Daniel Gollner
Eine Kuh auf der Hinterkar-Alm im Brixental in den KItzbüheler Alpen.
© Daniel Gollner
Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter wandert am KAT Walk im Brixental c Daniel Gollner
In regelmäßigen Abständen begutachtet der Wander-Botschafter aus dem Brixental die Wegmarkierungen. Er verbringt somit den Großteil seiner Zeit in den Bergen der Kitzbüheler Alpen.
© Daniel Gollner
Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter wandert und im Hintergrund der große Rettenstein c Daniel Gollner
Der Wander-Botschafter wandert im Herbst durch die Kitzbüheler Alpen. Im Hintergrund befindet sich der markante "Große Rettenstein".
© Daniel Gollner

Natürlich hat in den Bergen die Sicherheit oberste Priorität, daher hat sich Nik dazu entschlossen, der Bergrettung beizutreten: „Aktuell absolviere ich gerade die vorgeschriebenen Kurse. Ich möchte das tun, um zu helfen. In den Bergen ist man auf sich allein gestellt, auch wenn man mit Freunden unterwegs ist. Es kann immer etwas passieren, die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Ich bin da sehr interessiert und möchte mit diesem Dienst den Menschen etwas zurückgeben.“

Auf die Planung kommt es an

Kitzbüheler Alpen Hero Wandern Nick Brandstätter wandert auf einem Wanderweg zum Floch im Brixental c Daniel Gollner© Daniel Gollner

Für Nik steht die Planung einer mehrtägigen Bergtour immer an erster Stelle: „Wie wird das Wetter? Welche Ausrüstung nehme ich mit? Habe ich genug zu essen, zu trinken bei mir? Ist das Erste-Hilfe Set gut bestückt? Immerhin muss ich mich am Berg zuallererst auf mich selbst verlassen können. Erst dann kann ich den Weg genießen, unbeschwert in die Ferne blicken und Platz schaffen für unvergessliche Glücksmomente, die einem manchmal eben nur die Natur schenken kann.“ Um Stück für Stück wieder bei sich anzukommen. Denn wie formulierte es einst der deutsche Bergsteiger Reinhard Karl so treffend: „Nach jedem Oben war ich ein anderer unten.“

Sabine Ertl

Sabine Ertl

…Naturmensch mit Leib und Seele. Geboren 1986 in Kärnten, Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften in Klagenfurt. Als freie Journalistin, Texterin und Bloggerin gerne und viel unterwegs. Bergfreak, Pferdenärrin, Neo-Cellistin und Feinschmecker. www.gedankenschmiede.at Mehr Details

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