Achtung Suchtgefahr: Daumnidei mit Sauerkraut

Wenn man an die typische Tiroler Küche denkt, kommen einem sofort die Klassiker wie Knödel, Käsespätzle oder Gröstl in den Sinn. Auch wird sie oft als deftig und fett beschrieben – wo ich auch zum Teil zustimme. Ich persönlich liebe die Tiroler Küche, bin aber bedacht darauf, diese Gerichte gesünder bzw. nahrhafter zu verwerten.

Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (9)© Bettina Hechenberger

Auch wenn ich einen Abschluss der Tourismusschule mit Ausbildung zur Köchin habe, habe ich die meisten Tipps und Tricks von meiner Mama gelernt. Mama’s Küche ist eben doch immer die Beste, oder?

Ich liebe das Durchstöbern in Mama’s altem, selbstgeschriebenem Kochbuch. Auch wenn man beim Anblick des Buches meint, dass hier Mega-Chaos herrscht, findet meine Mutter alles sofort.

Eines der besten Rezepte die ich gefunden habe, sind die „Daumnidei“ – übrigens auch eines meiner absoluten Lieblingsessen. Sie werden bei uns im Brixental auch als „Erdäpfelnidei“ oder in Hochdeutsch als „Daumennudeln“ oder „Kartoffelpaunzen“ bezeichnet. Manche beschreiben sie auch als eine Art Gnocchi, weil man bei den „Daumnidei“ auch einen Kartoffelteig zubereitet.

Meist werden sie mit Sauerkraut gegessen – das ist auch mein Favorit. Doch wer glaubt, dass die Daumennudeln nur pikant ein Gaumenschmaus sind, der irrt sich: Die süße Variante kann ich mit Staubzucker und Kompott oder Apfelmus auch empfehlen und steht der deftigen Variante in nichts nach!

"Ich finde das Gericht einfach auch deshalb super, weil es leicht zum Zubereiten ist und man die Zutaten eigentlich fast immer alle zu Hause hat."Bettina

Mein „Daumnidei“ Rezept bereite ich heute mit einem glutenfreien Mehl zu – weil es gesünder ist und weil mein Vater eine Glutenunverträglichkeit hat. Die „Daumnidei“ sind aber auch mit diesem Mehl eine wahre Köstlichkeit!

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Kartoffeln
  • 1 Eier
  • 150 g glutenfreies Mehl
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Butter zum Braten
  • Sauerkraut als Beilage
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt

Zubereitung

Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (12)
Zutaten für die Daumnidei © Bettina Hechenberger

Die Kartoffeln mit der Schale weichkochen. Anschließend schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Danach am besten in der Mitte ein kleines Loch graben und die Eier, das Mehl, Salz, Pfeffer und Muskat hinzugeben. Anschließend die Menge rasch zu einem Teig verarbeiten.

Den Kartoffelteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in Portionen ausbereiten und mit den Händen zu Rollen formen. Daraus „daumendicke“ Stücke schneiden. Von daher kommt auch der Name der „Daumennudeln“.

Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (18)
© Bettina Hechenberger
Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (24)
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© Bettina Hechenberger
Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (39)
Die Daumnidei in der Pfanne goldbraun anschwitzen © Bettina Hechenberger
© Bettina Hechenberger

In einer großen Pfanne ca. 1 Esslöffel Butter erhitzen und die „Nidei“ an beiden Seiten goldbraun backen.

Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (3)© Bettina Hechenberger
Daumnidei mit Sauerkraut © Bettina Hechenberger

Als Beilage gibt’s Sauerkraut:
Dazu nimmt man eine Zwiebel, schneidet sie kleinwürflig und schwitzt sie mit ein wenig Butter an. Danach gibt man das Sauerkraut hinzu.

TIPP: Ich gebe gerne eine gekochte Kartoffel dazu um das Ganze ein wenig zu verdicken. Ist aber kein Muss.

Anschließend mit Salz, Pfeffer und einem Lorbeerblatt abschmecken und noch ca. eine halbe Stunde schmoren. Wer es knackiger bevorzugt, gerne die Schmorzeit verkürzen.

Und einen heißen Tipp kann ich euch noch geben: Am besten schmecken die „Daumnidei“ mit einem Glas Milch und im Kreise Eurer Liebsten. „Mahlzeit“.

Daumnidei mit Sauerkraut (c) Bettina Hechenberger (7)© Bettina Hechenberger

Daumnidei mit Sauerkraut und ein Glas Milch © Bettina Hechenberger

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Mein „dahoam“ immer wieder auf’s Neue entdecken, egal ob beim Mountainbiken, beim Wandern oder die kulinarischen Genüsse – das ist für mich Balsam für Körper und Seele! Mehr Details

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Dani Müller

Antworten

Hallo liebe Bettina :-) Danke für deinen tollen Beitrag „Daumnidei mit Sauerkraut“ Musste zuerst mal herzhaft lachen – diesen Ausdruck für „Paunzen“ hörte ich noch nie, obwohl ich selbst Urtirolerin bin. Vielleicht weil man diesen Begriff eher im Unterland verwendet. Jedenfalls hat es mich sehr inspiriert sowas wieder mal zu kochen. Werde dein Rezept gleich morgen Mittag ausprobieren. Wir haben ein kleines feines Hotel in Ischgl und ich würde mich freuen, dich auch mal auf unserer Seite zu wissen. Ich lass dir unseren Link hier und wünsche eine feine Restwoche und einen schönen Feiertag. https://www.sulai.at/ Liebe Grüße aus Ischgl und bleib gesund Alles Liebe Daniela

Bettina Hechenberger

Antworten

Liebe Dani! Vielen Dank für deine Nachricht. Das freut mich sehr! Ja, "Paunzen" ist bei uns auch nicht so verbreitet - wird allerdings auch immer wieder verwendet. Daumnidei gehen meiner Meinung nach immer - also viel Spaß beim Nachkochen und "Mahlzeit". Lasst es euch schmecken! Schöne Grüße aus dem Brixental, Bettina

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