Winterbiken

Jetzt spinnen sie komplett! Wer will schon im Winter Radfahren? Wie soll das auf Eis und Schnee funktionieren? Alles geht bzw. alles fährt – und wie!

Das Radfahren wird immer beliebter, nicht zuletzt durch die neuen E-Bikes. Das hat die Industrie schon lange für sich erkannt. Begonnen hat alles mit den Fat-Bikes und dann mit den Übergrößen der MTB-Reifen. Schnell haben Mountainbiker entdeckt, dass es sich damit auch auf Schnee hervorragend biken lässt. Die Nachfrage an wintertauglichen Bikes ist bei uns in den Kitzbüheler Alpen angekommen, wie manche Wintersportgeschäfte berichten. Auch Kurt Exenberger, Eigentümer der bekannten Bikeacademy in Kirchbeg, kann die steigende Nachfrage bestätigen. Über 40 geführte Gruppen-Touren hatte er letzten Winter bereits durchgeführt. Die Kunden waren begeistert.

Probieren geht über studieren. Jetzt wollen wir es praktisch wissen. Kurt Exenberger stellt uns zwei FatBikes zur Verfügung. Weil unten im Tal bereits das Frühjahr eingekehrt ist, radeln wir damit auf Hochbrixen. Hier auf einer Höhe von 1.300 m ist noch tiefer Winter und Skibetrieb. Hinter dem Alpeniglu-Dorf befindet sich das Areal des Filzalmsees mit Höhenloipe. Ideal zum Einradeln. Wir fahren entlang der Skatingspur Richtung Hochsöll. Die breiten Reifen haften perfekt auf der Loipe und sinken auch nicht ein. Jeder Skater hinterlässt mehr Spuren als unser FatBikes. Die Sorge, unserer Reifen könnten die Loipe beschädigen, war umsonst. Elegant und mühelos gleiten wir dahin. Wir haben um die Null Grad, die Sonne scheint heute leider nur diffus auf uns herab. Die „Winterbike Bekleidung“ – zur Verfügung gestellt von VAUDE – ist perfekt angepasst. Uns ist weder zu kalt noch zu warm – die Bewegungsfreiheit ist ideal.

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© Tropper Kurt
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© Tropper Kurt
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© Tropper Kurt

Der Schnee außerhalb der Loipe ist gut gesetzt und schön kompakt. Wir wagen uns hinaus und sind erstaunt, welchen enormen Auftrieb die breiten Reifen auf dem Schnee haben. Wir hinterlassen kaum Spuren und haben genug Grip. Es geht bergauf und wieder bergab – alles kein Problem. Wir wenden dabei nicht erheblich mehr Kraft auf als beim Biken im Sommer. So scheint es zumindest. In Wirklichkeit sind wir natürlich langsamer unterwegs, nehmen dadurch die herrliche Winterlandschaft viel intensiver auf. E-Bikes sind hier natürlich auch von Vorteil. Winterbiken – eine neue Sportart mit Zukunft.

Kurt Exenberger

Während er mit MTB Anfängern und Marathonbikern trainierte und sie auf Touren führte, arbeitete er auch als Trainer im österreichischen Mountainbike Nationalteam. Er baute unter anderem das Kirchberger Talent Elisabeth Osl von der Jugendklasse bis zur Olympiateilnahme 2008 in Peking auf. Im Jahr 1995 hat der Mountainbiker der ersten Stunde seine Guide-Ausbildung abgeschlossen. Nach seiner Karriere als Mountainbike- und Rennradfahrer gründete er 1999 mit der BIKEACADEMY Österreichs erste Mountainbikeschule. 2002 absolvierte er den Kurs zum MTB-Instruktor und 2008 bestand er die Mountainbike Trainer Ausbildung in Österreich mit ausgezeichnetem Erfolg. Seitdem bildet er über die Bikeacademy zahlreiche MTB Fahrtechniktrainer aus und unterrichtet an der Sportakademie in Wien. Auch an den fahrtechnischen Fertigkeiten des ÖRV Nationalkaders darf der Fahrtechnikguru aus Kirchberg noch ab und zu feilen.

Kurt Exenberger© Tropper Kurt

Trainingseffekt & Genusserlebnis

Die Touren im Winter sind bei gleichem Zeitaufwand kürzer und weisen weniger Höhenmeter auf. Sie haben aber dennoch einen ganz besonderen Trainingseffekt, denn um nicht die Traktion zu verlieren, ist der Tritt viel runder und gleichmäßiger. Ein runder Tritt schont die Lendenwirbelsäule und wirkt Rückenschmerzen entgegen. Winterbiken trainiert das Gleichgewicht und fördert die Biketechnik. Ganz abgesehen von Kraft und Kondition, die man sich über die Wintermonate erhalten oder aufbauen kann. Ein wesentliches Argument ist das besondere Naturerlebnis, das komplett anders wahrgenommen wird als bei Sportarten wie Skifahren oder Langlaufen. Es ist viel intensiver und es gibt auch keine natürlichen Grenzen, denn es ist vollkommen egal, ob an manchen Abschnitten Schnee liegt oder nicht.

Ausrüstung

Ein perfektes Winterbike hat wesentlich breitere Reifen. Mehr Breite bedeutet eine größere Auflagefläche und damit mehr Grip. Ideal ist ein MTB-Fat-Bike (4.0 - 4.8 Zoll), so benannt aufgrund der überbreiten Bereifung. Aber auch MTB’s mit Plus-Bereifung eignen sich noch gut (2.8 oder 3.0 Zoll). E-Bikes dieser Gattung werden dabei sicherlich die Zukunft bestimmen.

Bekleidung

Beim Schuhwerk empfehle ich warme, knöchelhohe Winterschuhe mit gutem Profil. Keine Klicks, da Bikeschuhe mit Klickmechanismus weniger Schutz für Nässe und Kälte bieten und auch gerne vereisen. Warme Strümpfe, Softshell- und Primalofthosen, Jacken und Westen. Mittlerweile gibt es eigene Bikebekleidung, die exakt auf die Bedürfnisse der Winter-Biker abgestimmt ist. Helm und warme Kopfbedeckung, die man darunter tragen kann. Warme Handschuhe und, damit der Schnee nicht blendet, geeignete Sonnenbrillen. Bei Wind und Schneefall am besten eine Skibrille. Bei längeren Touren ist eine Thermosflasche mit warmen Tee die ideale Begleitung.

Fatbike_Winter2017@KurtTropper-4337© Tropper Kurt

Hinweis:
Genau wie im Sommer, sollten beim Winterbiken natürlich gewisse Regeln befolgt werden. Biken ist deshalb nur auf ausgewiesenen Moutainbikestrecken erlaubt - im Winter mit der Einschränkung, dass Skipisten zusätzlich davon ausgenommen sind. Am besten fahrt ihr damit, wenn ihr euch einer geführten Tour anschließt. So wird auch das Fahrerlebnis noch größer!

Tour Guiding

bikeacademy Kirchberg
Kurt Exenberger
Telefon: +43 664 9597970
www.bikeacademy.at

Kurt Tropper

Kurt Tropper

Genuss-Mensch und leidenschaftlicher Mountainbiker mit dem Drang, besondere Dinge auszuprobieren! Mehr Details

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