Geh, wohin der Schnee dich trägt

Schneeschuhwandern in Itter in Tirol

Am Gurgler Eisjoch – das ist der Übergang vom Südtiroler Pfossental auf den Gurgler Ferner der Ötztaler Alpen – hat man etwas gefunden, das wohl noch älter ist als der Ötzi. Und zwar einen Schneeschuh. Er besteht aus einem Birkenast, der in eine runde Form gebogen wurde, und stammt aus der Jungsteinzeit, also aus der Periode zwischen 3800 und 3200 vor Christus. Ganz so alt sind die Schneeschuhe von Elke nicht, im Gegenteil: Die sind neu. Elke ist die Schneeschuhexpertin der Region Hohe Salve. Und obwohl man mit den geschichtsträchtigen Tellerschuhen überall wandern kann, wo es einem gefällt, ist es doch sinnvoll, an einer geführten Tour mit der lokalen Expertin teilzunehmen: Sie weiß, wo die ruhigsten Plätze, die schönsten Aussichten und die spannendsten Erlebnisse warten.

Fräulein Elkes Gespür für Schnee

Elke ist Bergwanderführerin und lebt seit über 15 Jahren in der Region. „Überall in den Kitzbühler Alpen bin ich daheim“, sagt sie. Dementsprechend kennt sie sämtliche Touren und ist Ansprechperson Nummer eins in Sachen Schneeschuh- und Winterwandern. Ob flach, mit Anstieg, Aussicht oder Einkehr – Elke hat für jeden Fall die passende Tour parat und richtet sich nach den individuellen Wünschen der Gäste. Das Equipment stellt sie ihren Gästen zur Verfügung, und worauf es bei der Materialauswahl ankommt, kann sie natürlich auch beantworten.

Schneeschuhwandern Itter© Sportalpen GmbH

Schneeschuhwandern in Traumkulisse auf der Hohen Salve

Das ist ein anderes Paar Schuhe

Mir ist wichtig, dass meine Gäste gut ausgestattet sind. Es gibt nichts Unangenehmeres als Materialprobleme, die von einer schönen Wanderung abhalten“, sagt Elke. Um sicherzugehen, dass alle Teilnehmer gut gerüstet sind, bringt sie Schneeschuhe, Stöcke und Gamaschen zu ihren Touren selbst mit. Die Gamaschen brauchen vor allem Wanderer, die in Jeans kommen, damit kein Schnee in die Schuhe eindringt und nicht alles nass wird. Aber beginnen wir von vorn.

Was sind eigentlich Schneeschuhe? Die großen Teller schnürt man sich auf die eigenen Schuhe, und da sie das Körpergewicht besser auf der Oberfläche verteilen, sinkt man nicht so tief ein. So weit, so einfach. In den letzten 5800 Jahren hat sich da jedoch einiges getan, und seit das Schneeschuhwandern ein beliebter Lifestyle-Sport ist, gibt es eine riesige Auswahl von „Originals“, „Classics“ und „Moderns“, wie die Schneeschuhe kategorisiert werden. Dabei gibt es, wie bei allen Sportgeräten, Unterschiede in Handhabung und Robustheit: „Schneeschuhe kann man in verschiedenen Preisklassen erwerben. Ein gutes Modell kostet zwischen 120 und 170 Euro“, erklärt Elke. Sie verrät auch, auf welche sechs Punkte ihr achten solltet:

Schneeschuh Equipment

  • Ansprüche an das Gerät: Die Ausrüstung soll leicht, multifunktionell einsetzbar und sicher sein.
  • Eisenstifte: An der Spitze und auf der „Sohle“ des Schneeschuhs befinden sich Zacken und Eistenstift. Sie sorgen auf Eisflächen für den notwendigen Halt und Sicherheit.
  • Steighilfe: Ähnlich wie Tourenski haben Schneeschuhe Steighilfen für sehr steiles Gelände. Diese sollten in jeder Situation leicht zu bedienen sein.
  • Schnellverschluss: Das An- und Ausziehen der Schuhe sollte einfach und bei jeder Temperatur mit Handschuhen möglich sein. Elkes Schuhe haben eine „Ratschenbindung“ mit Flügelverschluss. Man zieht an den Flügeln, und schon ist die Bindung offen.
  • Stöcke: Elke verwendet Teleskopstöcke, die man individuell je nach Körpergröße einstellen kann. Die Stöcke sind wichtig, um Kraft zu sparen, die Balance zu halten und beim Abstieg zu stützen.
  • Weiteres Equipment: Jeder Schneeschuhwanderer sollte feste Goretex-Winterschuhe tragen. Wetterfeste Kleidung sowie Haube, Stirnband, Sonnenbrille und Handschuhe sind Basics für eine angenehme Tour. Wer mag, kann einen Rucksack mit Wechselkleidung und Jause mitnehmen.
Schneeschuh Winterlandschaft© Sportalpen GmbH

Schneeschuhwandern: auf das richtige Material kommt es an.

Der Berg ruft – jeden auf seine Weise

Schneeschuhtouren geht man abseits von Pisten und Wegen, die Möglichkeiten sind also schier unendlich. In der Region Hohe Salve werden im Wochenprogramm regelmäßig geführte Touren angeboten. Elke kann man als Guide auch direkt buchen – für circa zweistündige Schnuppertouren sowie fünf- bis sechsstündige Tagestouren. „Wichtig ist mir, dass ich mit den Gästen erst eine Schnuppertour mache, damit ich ihre konditionellen und technischen Voraussetzungen kennenlerne. Dann kann ich unter Berücksichtigung ihrer Wünsche die perfekte Tour zusammenstellen“, sagt Elke. Ein besonderes Highlight sind übrigens die Nachttouren mit Stirnlampen unter dem Sternenhimmel. Und Elkes Lieblingstour führt von Kelchsau auf den Lodron (1.925 m). Das ist eine anspruchsvolle Tagestour für erfahrene Schneeschuhwanderer.

Alles eine Frage der Technik

Hohe Salve Schneeschuhwandern
Nach kurzer Angewöhnungsphase startet das Erlebnis

Nach einer kurzen Gewöhnung an die Ausrüstung und bevor die Tour richtig losgeht, baut Elke bei den Schnuppertouren einen Technikpart ein. Verschiedene Übungen geben den Teilnehmern ein Gefühl für die Schneeschuhe und dadurch mehr Sicherheit. „Und wer sich auf dem Gerät sicher fühlt, kann seine Gedanken und Sinne auf die Natur konzentrieren“, meint Elke. Zuerst übt man sich im Kreis zu drehen, ohne Stöcke, immer die Ferse am Boden, dann das zweite Bein nachziehen. Das ist die sicherste Variante, sich am Berg umzudrehen. Danach übt man dasselbe mit Stöcken. Als Steigerungsform kann man das Ganze mit geschlossenen Augen ausführen. Erst im flachen Gelände, dann in leicht abfallendem. „Bei jeder Schnuppertour üben wir auch das Hinfallen und Aufstehen. Der Schuh kippt ja von der Ferse weg, das ist für viele ungewöhnlich“, ergänzt Elke die Technikdemonstration.

Sicher ist sicher

Natürlich checkt Elke täglich die Schnee- und Lawinenlage, denn oberste Priorität hat für sie die Sicherheit der Gruppe. Ähnlich wie bei Skitouren abseits der Pisten sollten Wanderer immer auf den Naturschutz achten, Waldgebiete meiden, sich an Begehungsverbote halten und wissen, wann eine Tour abgebrochen werden muss – etwa bei Lawinengefahr, Erschöpfung, schlechter Sicht oder Zeitverzug. Und da ist es dann erst recht sehr gut, einen Profi an der Seite zu haben. Wer nun Lust auf eine Schneeschuhtour bekommen hat, findet alle Infos im Wochenprogramm der Region Hohe Salve oder auf Elkes Website.

Genusswandern Schneeschuh
© Sportalpen GmbH
Winterspaß Schneeschuh
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Winterspaß Schneeschuhwanderung
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Schneeschuh Hohe Salve
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Schneeschuhwandern Winterlandschaft
© Sportalpen GmbH
Conny

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Elke Henke

Antworten

Toll geworden...... hat riesigen Spass gemacht mit euch! Danke

Desiree K.

Hallo Elke, vielen Dank. Auch wir hatten richtig Spaß. Auf viele weitere schöne Winter- und Schneeschuhwanderungen :-)

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