Mit Leib & Seele Wirt - Fritz von der Griesner Alm

Fritz Dornauer betreibt mit seiner Frau Marianne und den beiden Töchtern die Griesner Alm im Kaiserbachtal.

Fritz Dornauer betreibt mit seiner Frau Marianne und den beiden Töchtern die Griesner Alm, so was wie die letzte Versorgungs- und Übernachtungsstation im Kaiserbachtal (wenn gleich von dort noch ein schöner Wanderweg auf das Stripsenjoch auf 1577 m.ü.A. führt, aber das ist eine andere Geschichte). Der leidenschaftliche Jäger, der lieber Wild beobachtet, als sich mit hunderten Menschen in eine Hotelanlage zu legen, zeigt sich besorgt um die Zukunft der Wirtshauskultur.

Seit 1917 ist die Griesner Alm im Familienbesitz. Firtz Dornauers Mutter, die „Griesner Nani“, festigte die Bedeutung des heutigen Ausflugsgasthofs als erste Anlaufstelle für hungrige und müde Bergsteiger, die jung und wenig kaufkräftig waren. Die „Griesner Nani“ wurde mit der Zeit irgendwie auch eine Art Mutter für die zahlreichen Bergsteiger, da sie sich stets um ihr leibliches Wohl kümmerte. Ein Miasl (Kaiserschmarrn) um ein paar Schilling und einen Schlafplatz im Massenlager. Ein sehr menschliches Geschäftsmodell, das in den 50er und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts bestens funktionierte. Die damals jungen Alpinisten kehrten in den Folgejahren immer wieder zur Griesner Alm zurück und konsumierten gut und regelmäßig. Treue als Zeichen der Dankbarkeit für das große Herz der „Griesner Nani“. Die Gästeschicht hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte laufend verändert. Die Alpinisten sind auf das höher gelegene Stripsenjoch ausgewichen und so lebt die Griesner Alm heute sehr gut vom Tagesausflugsverkehr und den eher talbodenorientierten Genusswanderern mit und ohne Kinder.

Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner

„Unsere Tiroler Hausmannskost gefällt den Gästen narrisch guat.“

Als Wirt muss man mit der Zeit gehen, aber auch die Seele des Unternehmens bewahren, hüten und pflegen. Fritz Dornauer ist überhaupt die Antithese eines hastigen Unternehmers, der es allen recht machen möchte. Stoisch gelassen erklärt er mir die Betriebsphilosophie, also das Angebot aus Kost und Logis, das sich seit seiner Übernahme 1982 gar nicht großartig verändert hat, weil es auch nicht nötig war. Der einmalige Versuch, im Rahmen der Abendkarte etwas exklusivere Speisen anzubieten, wurde von den Gästen nicht beachtet und somit wieder eingestellt. Kein Problem, denn die D.N.A. der Griesner Alm-Küche besteht neben dem Klassiker Kaiserschmarrn aus regionalen Dauerbrennern wie Speckknödel, Tiroler Gröstl, Kasspätzle & Co. Obwohl der Betrieb 1996 großzügig umgebaut und modernisiert wurde, gibt es immer noch ein Massenlager für Kletterer und Bergsteiger. Auch wenn die heute zahlenmäßig dominierenden Ausflugs- und Tagesgäste andere Bedürfnisse vorweisen, darf der Erhalt des Massenlagers sicher auch als Huldigung an die Pionierzeiten des Tourismus und das Erbe der Mutter gesehen werden. Gut, wenn das historisch Gewachsene weiter gedeihen kann.

„Downsizing. Betriebsverkleinerung für ein besseres Leben?“

Der Fachkräftemangel macht dem g’standenen Wirt sichtlich Sorgen. Auch seine beiden Töchter, die eine Tourismusausbildung absolviert haben und mehr und mehr Verantwortung im Betrieb übernehmen sollten, kennen die Herausforderungen. Sagen wir es so - es herrscht alles andere als ein Überfluss an Fachpersonal in den Bereichen Küche und Service. Der derzeitige Chefkoch, schon seit 15 Jahren für die Hausmannskost der Griesner Alm verantwortlich, eine wohltuende Ausnahme. „Aber es wird in den nächsten Jahren sicher nicht leichter“, so der Wirt, der natürlich hofft, dass zumindest eine seiner beiden Töchter die Tradition fortsetzt und sich der Zukunft stellt. Ein paar Gedanken gehen dem Senior-Wirt diesbezüglich durch den Kopf und er scheut auch keine unbequemen Aussagen, wie sie in der Gastronomie so nicht üblich sind. „Vielleicht sollten wir unseren Betrieb verkleinern. Weniger Angebot, keine Busgruppen mehr, dadurch weniger Angestellte. Warum soll es uns da nicht sogar besser gehen?“, konkretisiert er unaufgeregt eine mögliche Variante der zukünftigen Betriebsentwicklung. Schön, so etwas zu hören. Wenn Schrumpfung nicht als Scheitern, sondern als Optimierung der familiären Lebensqualität betrachtet wird. Respekt.

„Ich bin kein Urlaubertyp“

Im November und bis kurz vor Weihnachten, wenn die Griesner Alm ihre Pforten geschlossen hält, dann ist im Hause Dornauer Erholung angesagt. Kraft tanken, mit Frau Marianne auf Kur fahren oder in den Worten von Fritz – „sich die Schrauben wieder festziehen lassen“. Als die Kinder noch klein waren, gönnten sie sich auch mal klassische Urlaube, Flugreisen und dergleichen. Aber wenn er eines nicht mag, dann sich eine Hotelanlage mit hunderten Gästen zu teilen. Der blanke Horror. Kann er es sich aussuchen, fällt die Wahl auf den Hochsitz seiner eigenen kleinen Jagdpacht. Wild beobachten und ansonsten niemanden zu sehen und nichts zu hören, das wirkt und gibt Kraft. Bei allen Herausforderungen, die es als Gastronomiebetrieb zu meistern gilt, kann man allerdings schon davon ausgehen, dass die Griesner Alm dem Kaiserbachtal noch sehr lange erhalten bleiben wird, denn – so der Wirt aus Leidenschaft abschließend – „bei uns ist es einfach zu schön, als dass gar niemand mehr ins Kaiserbachtal kommen würde“. Genau. Super Luft, super Landschaft und super Kaiserschmarrn.

Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner
Fritz Dornauer - Wirt der Griesner Alm im Kaiserbachtal
© Daniel Gollner

Alpengasthaus Griesner Alm
Fritz und Marianne Dornauer
Kaiserbachtal 6
6382 Kirchdorf in Tirol
Tel. +43 5352 64 4 43
Email: info@griesneralm.at
Web: www.griesneralm.at

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