Die erste Doppellooping Wasserrutsche der Welt

Sie ist wohl eine der spektakulärsten Wasserrutschen – die L2 im Wörgler WAVE, die erste Doppellooping-Wasserrutsche der Welt. An der L2 ist einfach alles ungewöhnlich: Der „Raketenstart“ erfolgt in einer Kabine, auf Knopfdruck öffnet sich in Hundertstellsekunden eine Falltür und los geht’s! Die ersten 14m im (fast) freien Fall dauern weniger als 1 Sekunde, dann geht es steil nach oben im ersten Looping (7m hoch), mit etwa 55kmH in den zweiten Looping und dann durch eine lange 300-Grad Kurve mit hohen Fliehkräften in das Landebecken.

Nichts für schwache Nerven

Extrem sind nicht nur das Rutscherlebnis, sondern auch die dahinter steckende Sicherheitstechnik und der Wartungsaufwand. „Normale Wasserrutschen sind eigentlich nur Röhren in die man oben Wasser rein pumpt und es am Ende der Rutsche wieder abholt. Das Wasser nimmt den Rutscher mit“, erklärt Christian, der technische Leiter im WAVE. Was ist bei der L2 anders?

„In der L2 gibt es eine sehr aufwändige elektronische Sicherheitssteuerung, welche zu jedem Zeitpunkt weiß, wo der Rutscher ist, ob genug Wasser an jedem Punkt der Rutsche ist und ob alle Parameter eingehalten werden. Ist nur ein Parameter außerhalb des Sollwertes, gibt uns die Rutsche keine Freigabe und verhindert einen Start“.Christian Untersberger

Und noch etwas ist an der L2 ganz besonders: „Nachdem wir an jedem Punkt der Rutsche einen Wasserfilm brauchen, damit der Rutscher so richtig Speed bekommt und sich nicht verbrennt, gibt es an allen „Aufwärtsstrecken“ der L2 jeden Meter eine Düse, welche die Rutsche ständig mit Wasser besprüht“. Diese Düsen müssen regelmäßig gewartet, gereinigt und getauscht werden. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit ein Job für hochgradig ausgebildete, zertifizierte und vor allem schwindelfreie Industriekletterer. Im WAVE gibt es ein kleines Team an Spezialisten, welche diesen Job erledigen. Wir begleiten heute Techniker Markus bei der Wartung und Kontrolle der L2. Erster Schritt ist der Check der Düsen in der Fallstrecke nach dem Start. 14m geht es hier nahezu senkrecht nach unten – nichts für schwache Nerven! Markus wird von Lidija in den Schacht abgeseilt und kontrolliert die ersten Düsen.

Der "Walk of shame"

Wir treffen Markus im „Tiefpunkt“ des ersten Loopings wieder. Bis zu 65kmH erreichen die Rutscher hier! Genau Am Tiefpunkt gibt es eine elektrisch betätigte Klappe: „Es kommt immer wieder einmal vor, dass ein Rutscher zu wenig Schwung hat um über den Loop zu kommen“, erklärt uns Technikchef Christian. „Die Sicherheitssteuerung erkennt über Sensoren sofort, wenn der Rutscher nicht über den Loop gekommen ist und in die Talsohle zurückrutscht. Sofort wird der Start elektronisch gesperrt um zu verhindern, dass ein zweiter Rutscher nachrutschen kann. Sobald der Rutscher dann ausgependelt hat und zum Stillstand gekommen ist ,öffnet sich über Ihm die Klappe und er kann den Weg zurück ins Gebäude antreten. Wir nennen diesen Weg übrigens liebevoll den „walk of shame“.“

Industriekletterer L2© WAVE - die Wörgler Wasserwelt

Ist der erste Loop kontrolliert, geht es für Markus und Lidija über 19m hoch auf den Scheitelpunkt des Loops. Um dort hinzukommen, müssen sie an der Außenseite der Stahlstütze hochklettern – schweißtreibend und nur für Schwindelfreie! „Nur vom Scheitelpunkt können wir uns auf beiden Seiten den Looping hinunter abseilen“, erklärt uns Markus. Nachdem auch der zweite Loop gleich kontrolliert ist, kann die L2 für den täglichen Rutschbetrieb frei gegeben werden.

Die L2 ist täglich ab ca. 12.00 Uhr geöffnet, Rutscher müssen aufgrund einer Behördenvorschrift mindestens 14 Jahre alt sein, das Mindestgewicht beträgt 45 kg!

Außenansicht der L2
© WAVE - die Wörgler Wasserwelt
Industriekletterer L2
© WAVE - die Wörgler Wasserwelt
L2 Doppellooping Wasserrutsche
© WAVE - die Wörgler Wasserwelt
Startkabine der L2
© WAVE - die Wörgler Wasserwelt
Wartungsarbeiten L2
© WAVE - die Wörgler Wasserwelt

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